Hinter den Kulissen · Berlin · Workshops seit 2012
Hinter der Linse: So läuft ein Akt-Kunst-Workshop ab
Das fertige Foto ist nur das sichtbare Ergebnis. Auf dieser Seite wird der eigentliche Entstehungsprozess detailliert beschrieben: die Vorbereitung des Studios, die Anleitung des Models, verschiedene Beleuchtungskonfigurationen, angeleitete Gruppensitzungen, Zeit für individuelle Bildkompositionen sowie die Entscheidungen vor Ort, die ein künstlerisches Aktfoto prägen.
Eine Akt-Fotosession im Bereich der bildenden Kunst verläuft meist ruhiger als erwartet. Der Großteil der Sitzung besteht aus leisen Gesprächen: das Verschieben einer Hauptlichtquelle, das Anpassen der Schulterlinie, das Verändern des Arbeitsabstands oder das Erklären an das Modell, warum ein Schatten die Form stört. Im Mittelpunkt steht die Feinabstimmung. Wenn alles richtig gemacht wird, wirkt das fertige Bild mühelos.
Ein gelungenes Aktfoto hängt ganz davon ab, was vor dem Auslösen des Verschlusses geschieht. Vorbereitung, Vertrauen, Licht und Regie machen das endgültige Bild erst möglich.
Die folgenden Videos und die Bildergalerie bieten einen direkten Einblick in den Raum. Sie sehen darin den Ablauf, die Beleuchtungseinstellungen und wie Burak zwischen Gruppenunterricht und individuellen Aufnahmezeiten wechselt. Sehen Sie sich diesen Abschnitt an, um sich ein Bild von der Atmosphäre vor Ort zu machen, bevor Sie an einer Sitzung teilnehmen.
In den vierzehn Jahren, in denen diese Praxis nun schon besteht, hat sich eine breitere kreative Gemeinschaft gebildet. Im Juli 2026, Die Akte von Istanbul Die Ausstellung präsentierte vierzehn Fotografen aus dieser Gruppe bei Die Akt Galerie, Berlin, neben einem gebundenen Buch mit ISBN.
Was Sie hier sehen
Wichtige Details, auf die Sie achten sollten, wenn Sie sich das Videomaterial ansehen und die Bildergalerie durchstöbern.
Konzentration, nicht Leistung
Unter Buraks Anleitung beginnt die Gruppe jeden Lichtaufbau gemeinsam. Die Teilnehmer beobachten, wie sich das Licht verhält, sehen, wie sich das Model an das visuelle Konzept anpasst, und lernen direkt aus den Echtzeit-Anpassungen am Set.
Einfache Quellen, präzise Entscheidungen
Die meisten Aufbauten basieren auf einer oder zwei Lichtquellen. Die Kunst besteht darin, die Lichtquelle so zu formen, auszurichten und zu positionieren, dass Form und Stimmung zum Ausdruck kommen. Die Beleuchtung wird im Laufe einer dreistündigen Sitzung drei- oder viermal geändert, um sich an neue Ideen anzupassen, die sich aus dem Raum und dem Modell ergeben.
Das Modell als Kooperationspartner
Die Regie ist eine Mischung aus klarer Kommunikation und körperlichen Hinweisen. Das Model bringt seine professionelle Erfahrung und Interpretation vor die Kamera ein, während der Fotograf mit präziser Beleuchtung, zeitlichem Ablauf und Bildkomposition darauf reagiert.
Vierzehn Jahre Workshops: Ein Arbeitsarchiv
Der Workshop wurde 2012 in Istanbul ins Leben gerufen und entwickelte sich zu einem in mehreren Städten ansässigen Projekt mit Berlin als europäischem Hauptsitz. Hier sind die wichtigsten Meilensteine.
Die ersten Sitzungen
Der Workshop begann als kleines Treffen im Studio für Fotografen, die sich mit der Darstellung des menschlichen Körpers durch Licht und Inszenierung beschäftigen wollten. Die Grundprinzipien standen von Anfang an fest: kleine Gruppen, professionelle Models, verschiedene Beleuchtungskonfigurationen und Echtzeit-Anleitung am Set.
Eine einzige Venedig-Sitzung
Ein Reise-Workshop, der sich mit Wohnraumgestaltung und dem reflektierten Licht der Stadt befasste. Diese Erfahrung floss in spätere, ortsspezifische Veranstaltungen ein.
Eine einzige Ägäis-Session
Ein einzigartiger Workshop, geprägt vom Licht der Ägäis und von Innenräumen aus Stein. Dies bleibt ein einmaliges Kapitel im Archiv.
Die Berliner Sektion
Berlin wurde zum wichtigsten europäischen Standort, der Zugang zu professionellen Models und Studios mit hervorragend steuerbarem Licht bot. Hier finden mehrmals im Jahr Fotoshootings statt.
Die langsamen Jahre
Reisen wurden ausgesetzt und die Gruppengrößen reduziert. In dieser Zeit lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau des Workshop-Archivs und der Erstellung von schriftlichen Materialien zu den Themen Beleuchtung, Darstellung und Ethik im Bühnenbild.
Das aktuelle Format
Die Workshops finden nun in wechselnder Form zwischen Berlin und Istanbul statt, wobei pro Veranstaltung nicht mehr als sechs Fotografen teilnehmen. Im Laufe seiner gesamten Geschichte hat das Programm mehr als 50 Workshops und begrüßt über 300 Fotografen.
Die Akte von Istanbul: Das kuratorische Kapitel
Die Akte von Istanbul, kuratiert von Burak Bulut Yıldırım, präsentierte vierzehn Fotografen aus der Istanbuler Workshop-Szene bei Die Akt Galerie, Berlin. Begleitend zur Ausstellung erschien eine gebundene Publikation mit ISBN-Nummer, die ein kuratorisches Vorwort von Burak enthält Ein Leichnam im Raum sowie Essays von drei der Models. Vollständige kuratorische Erklärung →
Das nächste Kapitel
Die ersten Londoner Kurse werden auf Englisch angeboten, wobei der gleiche Ansatz mit kleinen Gruppen und Schwerpunkt auf der Beleuchtung beibehalten wird. Neue Termine werden zuerst auf der Early-Access-Liste veröffentlicht.
Städte im Workshop-Archiv
Jede Stadt bietet einen anderen räumlichen Kontext. Die Orte ändern sich, doch die konsequente Konzentration auf Licht und Form bleibt stets gleich.
Professionelle Studios und Zugang zu einem starken internationalen Model-Netzwerk. Ausgewählte Castings finden mehrmals im Jahr statt.
Hier hat der Workshop seinen Ursprung und hier hat sich seine Kerngruppe gebildet. Die Veranstaltungen finden auf Türkisch statt.
Ein Drehort, der sich durch Wohnräume und das vom Wasser reflektierte Licht auszeichnet.
Ein Workshop an der Ägäis, der sich um Innenräume aus Stein und natürliches Licht dreht.
Der nächste Veranstaltungsort in Europa: Englischsprachige Kurse in kleinen Gruppen mit Schwerpunkt auf präziser Beleuchtung.
Der Arbeitsrhythmus einer Sitzung
Ein typischer dreistündiger Workshop in Berlin
Lernen Sie das Modell kennen und sehen Sie sich den Plan an
Die Sitzung beginnt mit einer kurzen Einführung in das Modell, die Beleuchtung und die Nutzungsbedingungen für die Bilder. Bevor die Aufnahmen beginnen, einigen sich alle auf die Regeln.
Geführtes Gruppenschießen
Burak richtet das Licht ein und gibt dem Model Anweisungen. Die Teilnehmer fotografieren gemeinsam, um das visuelle Konzept zu verstehen und zu beobachten, wie sich kleine Anpassungen auf den Bildausschnitt auswirken.
Individuelle Einrahmungszeit
Jeder Fotograf hat ein kurzes Zeitfenster, um aus seinem eigenen Blickwinkel zu fotografieren und seine persönlichen Bildausschnitte zu wählen. Der Arbeitsablauf bleibt flexibel.
Verschiedene Beleuchtungskonfigurationen
Die Beleuchtung und die Anweisungen an die Models ändern sich im Laufe der Sitzung drei- bis viermal. Es sind kurze Pausen vorgesehen, um die Konzentration aufrechtzuerhalten.
Nutzungsbedingungen für „Clear Image“
Zum Abschluss der Sitzung werden die vereinbarten Bedingungen für die Bildnutzung bestätigt. Die Nachbearbeitung ist nicht enthalten; die gesamten drei Stunden sind ausschließlich der Arbeit vor der Kamera und der Beleuchtung gewidmet.
Aus dem Workshop-Archiv
Plakate - Berliner Sitzungen - 2024



Jedes Poster steht für ein bestimmtes Konzept, ein Lichtdesign und eine Fotografengruppe. Das gesamte Archiv ist in den Galerien auf dieser Seite zu sehen.
Was man im letzten Bild nicht sieht
Vier Arbeitsschritte, die die dreistündige Sitzung untermauern.
Die Modellbeschreibung
Das Model erhält vor Beginn der Sitzung das visuelle Konzept, die praktischen Details und die vereinbarten Rahmenbedingungen. Dies bietet einen klaren Ausgangspunkt für die Sitzung und lässt gleichzeitig Raum für die Erfahrungen und Interpretationen des Models.
Der Beleuchtungsplan
Für das Modell, den Raum und das Konzept werden drei bis vier Beleuchtungskonzepte ausgearbeitet. Dabei handelt es sich eher um Ausgangspunkte als um festgelegte Abläufe: Licht, Pose und Arbeitsabstand können sich weiterentwickeln, sobald sich das Modell im Raum befindet.
Das Tempo
Jedes Shooting beginnt mit einer angeleiteten Gruppenaufnahme, gefolgt von kurzen Phasen für individuelle Aufnahmen. Lichtwechsel, kleine Veränderungen der Raumgestaltung oder der Posen sowie zwei oder drei kurze Pausen runden den dreistündigen Ablauf ab.
Die schriftliche Vereinbarung
Für jede Sitzung gelten klare, schriftlich festgelegte Bedingungen für die Bildnutzung, die die zulässigen Verwendungszwecke, die Anforderungen an die Nennung der Bildquelle sowie die vom Model vereinbarten Grenzen der Einwilligung regeln. Die Teilnehmer wissen, wie die Fotos weitergegeben und verwendet werden dürfen.
Die Lesung hinter der Methode
Die gleichen Ideen, die die Workshops prägen, dienen auch als Leitfaden für das Schreiben: Licht, Wahrnehmung, Darstellung, Kunstgeschichte und die Beziehung zwischen Fotograf und Modell.
Die Neurowissenschaft der Aktkunst - Wie unser Gehirn nackte Formen verarbeitet
Artikel lesen →Die Psychologie der Aktfotografie - Die Dynamik zwischen Fotograf und Subjekt
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Artikel lesen →Existentialismus und Aktkunst - Freiheit und Authentizität einfangen
Artikel lesen →Die Akte von Istanbul - ein vierzehnjähriges Projekt
Aus der vierzehnjährigen Geschichte des Workshops entstanden eine Ausstellung, ein Buch und eine Dokumentation über die Gemeinschaft auf beiden Seiten der Kamera.
Die Akte von Istanbul, kuratiert von Burak Bulut Yıldırım, präsentierte vierzehn Fotografen aus der Istanbuler Workshop-Szene bei Die Akt Galerie, Berlin. Das Werk entstand im Laufe von vierzehn Jahren in Workshops und im Rahmen einer kontinuierlichen künstlerischen Praxis.
Die Ausstellung wurde begleitet von einer ISBN Hardcover-Veröffentlichung (ISBN 978-3-00-087439-0 · Mijuk Papers Berlin · Erstauflage in einer Auflage von 75 Exemplaren), eingeleitet durch ein kuratorisches Vorwort von Burak Ein Leichnam im Raum. Außerdem enthielt es Essays von Models Zeynep Renda, Su Yeşil, und Marmelade, wobei ihre Sichtweisen neben den Fotos in der veröffentlichten Dokumentation dargestellt werden.
Das Projekt ist eine öffentliche Dokumentation der Kontinuität, die hinter diesen Workshops steht: Konzept, Zusammenarbeit, Fotografie, Gemeinschaft und Arbeit, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben.
Bist du bereit, den Raum zu betreten?
Tragen Sie sich in die Early-Access-Liste ein, um über den nächsten Termin in Berlin, die ersten Veranstaltungen in London und ausgewählte europäische Veranstaltungen informiert zu werden. Pro Workshop stehen sechs Plätze zur Verfügung; Abonnenten erfahren als Erste von neuen Terminen.
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